Adblock: das leidige Problem der Werbung

Eines der zentralen Themen der letzten d3con, der wichtigsten Konferenz der Online-Vermarkter, war das neue Modell des am häufigsten genutzten Werbeblockers Adblock Plus. Diese lässt Werbung ausgewählter Anbieter zu, während sie die Werbebotschaften anderer Inserenten weiterhin blockiert.

Adblock und Adblock Plus blenden die Werbung aus

Der bisher genutzte Werbeblocker Adblock blendete die auf aufgerufenen Webseiten integrierte Werbung ohne Ausnahme aus. Sein Nachfolger Adblock Plus hingegen lässt ausgewählte Werbung zu. Der Hersteller betont, dass die Bezahlung eines Geldbetrages für die Freischaltung der Werbung nicht reiche, sondern dass die zusätzliche Zustimmung der Community-Mitglieder notwendig sei. Dieser gehören jedoch lediglich 40.000 Nutzer an, während das Programm zur Unterdrückung der Werbung auf 250 Millionen Computern installiert wurde. Der Hersteller von Adblock bezeichnet die nicht gefilterten Anzeigen als „Accetable Ads“ und betont, dass die Werbetreibenden durch den neuen Ansatz einen Vorteil genießen: wenn nur ausgewählte Werbung zugelassen werde, nehme der Internet-Nutzer diese als hochwertig wahr und beachte sie stärker.

Online-Vermarkter wollen Adblock Plus überflüssig machen

Für Online-Vermarkter wirken sich Werbeblocker negativ auf das Geschäft aus, denn ihr Einsatz verringert die Werbeeinnahmen um schätzungsweise 15 bis 20 Prozent. Unternehmen erreichen über die das Internet einschließende Multi-Channel-Strategie (erfahren Sie dazu mehr auf cmp-gmbh.de) den größten Teil ihrer möglichen Kunden – für Anbieter kostenlos verfügbarer Internet-Inhalte sind die Werbeeinblendungen oftmals die einzige Möglichkeit, Einnahmen zu erzielen. Online-Vermarkter suchen nun nach Wegen, Werbung so interessant zu gestalten, dass Verbraucher sie bereitwillig ansehen und auf die Installation eines Werbeblockers verzichten. Sie merken selbstkritisch an, dass vor allem ein Übermaß an Werbeeinblendungen auf den Webseiten Computernutzer zur Installation des Werbeunterdrückers motiviert habe und sehen ihre Herausforderung darin, für Werbung eine Form und Menge zu finden, die der Verbraucher nicht als störend empfindet.

Kostenlose Internet-Angebote sind auf Werbung angewiesen

Für Verbraucher kostenlose Online-Angebote sind nur möglich, wenn sich mit der Dienstleistung andere Einnahmen als Nutzungsentgelte erzielen lassen. Die stetig zunehmende Installation von Werbeblockern wie Adblock Plus führt langfristig dazu, dass kostenfreie Internet-Angebote eingestellt oder kostenpflichtig gemacht werden müssen. Eine wichtige Aufgabe der Online-Vermarkter besteht darin, Internet-Nutzer für den Zusammenhang zwischen einem möglichen Gratisangebot und seiner Finanzierung durch Werbeeinblendungen zu sensibilisieren.

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