Eine Frau zählt ihr Geld

Die Inflationsrate sinkt 2013 auf 1,5 Prozent

Eine Frau zählt ihr GeldDas Statistische Bundesamt hat die Inflationsrate für 2013 bekanntgegeben. Demnach sind die Preise lediglich um 1,5 Prozent gestiegen. Damit liegt die Preissteigerungsrate um 0,5 Prozentpunkte unterhalb des als Preisstabilität festgelegten Wertes von 2,0 Prozent. Innerhalb des Jahres 2012 betrug die Inflationsrate exakt zwei Prozent, sie hat also im Kalenderjahr 2013 abgenommen.

Wodurch hat sich die Inflationsrate verringert?

Die Verringerung der Preissteigerungsrate beruht vor allem auf den anhaltend niedrigen Zinsen und auf der Senkung der Preise für Benzin und Heizgas gegenüber den vergangenen Jahren. Gestiegen sind hingegen die Preise für Strom und für die meisten Lebensmittel. In den einzelnen Monaten war die Preissteigerungsrate im Oktober mit 1,2 Prozent am niedrigsten, sie erhöhte sich bis zum Dezember auf 1,4 Prozent. Diese Erhöhung im Jahresverlauf lässt nicht zwingend auf weiter steigende Preise im Jahr 2014 schließen. Bei der Bewertung der Inflationsrate ist auf den Warenkorb zu achten. Dieser enthält neben Produkten des täglichen Bedarfs auch selten zu kaufende technische Produkte und Studiengebühren – und letztere wurden 2012 in mehr Bundesländern als 2013 erhoben.

Warum die persönlich empfundene Inflationsrate höher ausfällt

Verbraucher bewerten die persönlich empfundene Inflationsrate nicht nach dem für die Statistik festgelegten Warenkorb, sondern anhand ihrer persönlichen Bedürfnisse. Diese ergeben gerade bei Haushalten mit niedrigem Einkommen eine höhere Preissteigerungsrate als 1,5 Prozent, da ein Großteil des Einkommens für Lebensmittel aufzuwenden ist. Ob diese im Preis gestiegen sind, bewerten Verbraucher in Kommentaren zur veröffentlichten Inflationsrate unterschiedlich. Tatsächlich haben viele Produzenten die Preise erhöht, Haushalte können die Preissteigerungen aber weitgehend durch die Entscheidung für preiswertere Produkte ausgleichen. Auch empfinden Verbraucher natürliche Schwankungen bei Obst und Gemüse als Preissteigerungen, während sie die ebenso regelmäßig erfolgende Herabsetzung der entsprechenden Verkaufspreise nur bedingt wahrnehmen. Wer kein Auto fährt und auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, zahlt deutlich mehr für den Fahrschein, da sich die Beförderungskosten regelmäßig deutlich stärker als die Inflationsrate erhöhen.

Eine niedrige Inflationsrate ist nicht nur positiv

Eine Inflationsrate von weniger als zwei Prozent erscheint für Verbraucher als vorteilhaft, da die meisten Arbeitseinkommen stärker gestiegen sind. Gesamtwirtschaftlich bewirkt eine Teuerungsrate von weniger als zwei Prozent jedoch, dass Unternehmen kaum Investitionen vornehmen, da sie deren Refinanzierung in einem angemessenen Zeitraum nicht erwarten können. Somit ist es für sie günstig, dass die Prognosen für 2014 überwiegend eine Inflationsrate von 2,0 Prozent vorhersehen.

Artikelbild: Thinkstock, F1online, reka

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